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Die fünf größten Fehler von Entwicklern (und wie Sie sie beheben)

Ahmet Balaman
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In der Softwareentwicklung genügt es nicht, einfach Code zu schreiben; er muss lesbar, wartbar und performant sein. Jedes Jahr sehe ich mir Code aus hunderten Repositories von dutzenden Entwicklerinnen und Entwicklern an. Die überraschende Erkenntnis: Ob Junior oder Senior – 80 % wiederholen genau dieselben verborgenen Fehler.

Es gibt scheinbar harmlose Fehler, die ein ganzes Projekt zum Absturz bringen oder ein Unternehmen tausende Euro kosten können. Sehen wir uns die fünf größten Fehler nach den Maßstäben von 2026 im Detail an – samt erprobter Lösungen aus echten Projekten.

1. Der Trugschluss „Läuft doch, fass es nicht an“ (Spaghetticode)

Der vielleicht gefährlichste Satz der Branche lautet: „Läuft doch – lass es einfach!“ Dass ein Stück Code gerade funktioniert, heißt nicht, dass es richtig oder stabil ist.

Was kostet dieser Fehler?

  • Technische Schulden: Sobald Sie eine neue Funktion ergänzen wollen, bricht das ganze System zusammen.
  • Wartungsalbtraum: Wenn Sie Ihren eigenen Code sechs Monate später ansehen, fragen Sie sich ernsthaft: „Wer hat diesen Murks geschrieben?“

Die professionelle Lösung

Schreiben Sie jede Zeile so, als würde sie morgen jemand anderes übernehmen. Planen Sie vor der Abgabe bewusst Zeit fürs Refactoring ein. Wenden Sie die Prinzipien von Clean Code an und vergeben Sie sprechende Namen: statt data1 oder tempVar lieber userInvoiceList oder totalCartAmount.

2. Das Rad neu erfinden (alles selbst schreiben)

Gerade unter jüngeren Entwicklern hält sich die Vorstellung: „Ich muss jedes Paket und jeden Algorithmus selbst schreiben.“

Wie schadet das dem Projekt?

  • Es verschwendet enorm viel Entwicklungszeit.
  • Es reißt gravierende Sicherheitslücken auf (etwa beim Versuch, eigene Kryptografie oder Authentifizierung zu bauen).
  • Selbstgebaute, ungetestete Konstruktionen enthalten meist unzählige Fehler in Randfällen.

Rat aus der Praxis

Schreiben Sie keinen eigenen Verschlüsselungsalgorithmus, wenn es Pakete gibt, die von Google, Microsoft und großen Open-Source-Communities seit Jahrzehnten geprüft werden. Nutzen Sie nach Möglichkeit die Standardbibliotheken Ihrer Sprachen und Frameworks. Aber Achtung: Laden Sie Pakete auch nicht blind herunter – prüfen Sie GitHub-Sterne, offene Issues und das Datum der letzten Aktualisierung.

3. Programmieren in der Annahme, dass immer alles gut geht (fehlendes try-catch)

Im Büro bricht Ihre Internetverbindung vielleicht nie ab – Ihre Nutzerin verliert sie in der Sekunde, in der sie den Aufzug betritt. Server-APIs laufen in Zeitüberschreitungen, Dateirechte werden verweigert, Datenbankverbindungen brechen ab.

Was ist die Folge?

Plötzlich rote Fehlerprotokolle auf dem Bildschirm, Apps, die in eine weiße Leere abstürzen, und endlose Ein-Stern-Bewertungen im App Store und bei Google Play.

Wie beheben Sie das?

Alle Netzwerkanfragen, Datenbankabfragen, Dateizugriffe und potenziell langsamen asynchronen Vorgänge MÜSSEN in try-catch (oder das entsprechende Konstrukt Ihrer Sprache) eingebettet sein. Statt der Nutzerin „Expected Int, got null on Line 42“ zu zeigen, setzen Sie auf „Graceful Degradation“ und melden freundlich: „Die Verbindung scheint schwach zu sein, bitte ziehen Sie zum Aktualisieren nach unten.“

4. Sicherheit auf „später“ verschieben

„Bringen wir die App erst mal zum Laufen, die Sicherheit machen wir vor dem Deployment.“ Nein, das tun Sie nicht.

Was passiert tatsächlich?

Wegen SQL-Injections, XSS-Angriffen oder fehlerhafter Autorisierung landen sämtliche Nutzerdaten in Hackerforen. Der Ruf Ihres Projekts ist augenblicklich dahin.

Was ist zu tun?

  • Speichern Sie Passwörter NIEMALS im Klartext in der Datenbank (hashen Sie sie mit Bcrypt, Argon2 usw.).
  • Behandeln Sie jede Nutzereingabe wie „einen bösartigen Virus“ und prüfen bzw. bereinigen Sie sie konsequent.
  • Laden Sie Ihre Umgebungsvariablen (samt API-Schlüsseln) NIEMALS in ein öffentliches GitHub-Repository (und ja, das sehen wir immer noch viel zu oft).

5. Dokumentation unterschätzen

Zu glauben, mit dem Schreiben der Logik sei die Arbeit erledigt, ist ein großer Irrtum.

Woher das Problem kommt

Ist die Readme-Datei einer API oder eines Projekts vollständig leer, ist es für andere praktisch unmöglich, damit zu arbeiten. Kommt in Unternehmensprojekten jemand neu ins Team, verbringt diese Person einen ganzen Monat damit, Ihre Denkweise zu rekonstruieren.

Die Lösung

Dokumentieren Sie jede wichtige Methode, komplizierte Funktion und jeden API-Endpunkt (mit Werkzeugen wie JSDoc, Swagger oder DartDoc). Erklären Sie kurz, was sie tut, welche Parameter sie braucht und was sie zurückgibt. Eine hervorragende Dokumentation hält selbst eine mittelmäßige Codebasis lange nutzbar.


FAQ (häufig gestellte Fragen)

Was ist der häufigste Fehler von Einsteigern?

Meist der, sofort in die Tasten zu hauen, ohne die Architektur oder das Ziel des Projekts gedanklich zu skizzieren. Das ist ihr größter Nachteil. Planen Sie zuerst, skizzieren Sie es auf Papier – und schreiben Sie dann Code.

Ist die Nutzung von Fremdpaketen schädlich?

Pakete zu nutzen ist grundsätzlich nicht schädlich. Schädlich wird es, wenn ein Projekt mit hunderten voneinander abhängigen Paketen vollgestopft wird und die Kontrolle über die Abhängigkeiten verloren geht. Schreiben Sie für unkritische, einfache Animationen ruhig fünf eigene Zeilen, statt ein schweres Paket einzubinden – setzen Sie aber bei Sicherheit und komplexen Bausteinen (etwa der Datums- und Zeitverarbeitung) stets auf etablierte Pakete.

Fazit

Fehler machen wir alle; professionell wird man dadurch, dass man diese Fallen im Voraus erkennt und seine Herangehensweise entsprechend weiterentwickelt. Denken Sie daran: Der beste Code ist nicht der, der beim Schreiben fehlerfrei läuft, sondern der, den man nach sechs Monaten beim Lesen sofort versteht.

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